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Rainer Schulz (Fiddler's Green) - 14.02.2008 - Wir freuen uns, wenn es richtig abgeht...
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Geschrieben von Ormuz   
Donnerstag, 19. Februar 2009

Carola aka Ormuz hatte, im Rahmen des Fiddler’s Green Konzertes am 14.02.2008 im Erfurter Centrum, die Gelegenheit, ein paar Worte mit Bassist Rainer Schulz über das aktuelle Album "Sport Day At Killaloe" und weitere Themen zu wechseln...

     
Carola:   Ihr seid seit nunmehr 19 Jahren im Geschäft und habt in den Jahren auch einige personelle Wechsel gehabt, die man auch gehört hat. Ihr seid doch zunehmend rockiger geworden. Wie ist die Resonanz des Publikums darauf?
Rainer: Super, es kommt prima an.
Carola:   Ihr macht derzeit ja wieder eine sehr lange Tour. Strengt Euch das sehr an?
Rainer: Genau, wir sind derzeit in den letzten Zuckungen. Dieses ist das vorletzte Wochenende, danach können wir uns wieder erholen.
Carola:   Ein Großteil des Privatlebens bleibt dabei doch sicher auf der Strecke?
Rainer: Ja, wir sind zwar nicht die ganze Woche unterwegs, von Donnerstag bis Samstag bzw. Sonntag, aber wenn man nur drei Tage daheim hat, für alles, das wird schon mal sehr knapp.
Carola:   Macht Ihr die Tourplanung selbst, oder habt Ihr einen Booker, der das für euch erledigt?
Rainer: Das machen wir selbst - der Booker bin ich (lacht). Es gibt Locations, in denen wir sehr gern spielen, und auch welche, wo wir nicht mehr hin wollen, aber das sind ganz wenige.
Carola:   Gibt es Lieblingsspielorte?
Rainer: Einen Lieblingsort gibt es nicht. Aber es gibt Orte, da kommen wir immer wieder gern hin, zum Beispiel zum irischen Fest nach Jena.
Carola:   Ihr seid ja erst recht spät in eurer Bandkarriere nach Irland gereist. Wer Euch nicht kennt und nicht weiß, dass ihr aus Erlangen kommt, der könnte Euch ja für waschechte Iren halten. Wie hat denn das irische Publikum auf Euch reagiert?
Rainer: Wir waren mit der ganzen Band tatsächlich erst Ende 2007 dort. Und wir waren sehr gespannt, wie unsere Musik da wohl ankommt. Das erste Konzert, was wir gemacht hatten, war in Dublin. Da waren 100 Leute und davon waren über 90 Deutsche. Es waren noch ein paar Amerikaner da, Iren waren es ganze zwei.
Später haben wir dann in kleineren Pups abseits der Touristenzentren gespielt, das war angenehmer. Es war schon ein bisschen komisch in Dublin vor einem deutschen Fanclub zu spielen. Aber die Iren, die uns dann gehört haben, waren begeistert.
Carola:   Fanden sie Euch authentisch?
Rainer: Ja ja, aber letztlich geht es ja nicht um Authentizität, sondern darum, dass es Spaß macht. Da ist keiner, der lehrmeisterhaft versucht zu belehren. Das wäre ja nicht original oder falsch nachgespielt, die hatten einfach Spaß.
Carola:   Es ist ja auch nicht Euer Anspruch reinen Folk zu machen. Ihr habt ganz viele musikalische Einflüsse. Gibt es etwas, was Ihr gern noch integrieren würdet?
Rainer: Nein, das, was wir machen wollten und wollen, haben wir gemacht. Wir waren in der Vergangenheit sehr - um es positiv zu sagen - vielschichtig. Negativ ausgelegt könnte man es auch ziellos nennen. Aber auf den letzten beiden Alben ist es doch mehr gebündelt und kompakter geworden. Es werden allerdings bestimmt auch immer wieder andere Spielarten mit einfließen, dazu sind wir auch viel zu inhomogen. Wir sind sechs Leute, die gleichberechtigt ihre Ideen einbringen. Und letztlich ist es doch so: Jedem kann man es ohnehin nicht recht machen. Machen wir was, was wir schon einmal hatten, sagen die einen "Sie kehren zurück zu ihren Wurzeln", während die anderen sagen "Denen fällt nichts Neues mehr ein". Machen wir immer das Gleiche, ist es auch langweilig. Wichtig ist der Wiedererkennungswert und den haben wir.
Carola:   Was wird uns denn heute Abend erwarten? Wird es auch die eine oder andere Ballade geben?
Rainer: Es sind zwei Balladen dabei, aber ansonsten wird es abgehen. Mal sehen, Erfurt ist es immer ein bisschen schwierig von der Besucherzahl her. Das wird wohl wieder das Konzert mit den wenigsten Zuschauern werden, aber das soll der Stimmung keinen Abbruch tun.
Wir waren ja schon immer viel und gern in Thüringen unterwegs, aber nach der Wende gab es eben leider viele Clubs, die die Zeichen der Zeit nicht so gedeutet haben, dass sie überlebt haben, und es ist leider so, dass in Thüringen Erfurt und Jena noch so ziemlich, wenn überhaupt, die einzigen Städte sind, die wir anfahren.
Carola:   Ihr habt ja Fans in allen Altersklassen, was ich sehr spannend finde. Schreiben die Euch auch manchmal an? Nutzt Euer doch sehr breites Publikum zum Beispiel das Internet, um Euch zu kontaktieren?
Rainer: Eher selten. Durch die vielen Foren, in denen man sich austauschen kann, ist die Lust, direkt den Bands was zu schreiben, doch eher gering. Aber sie schreiben uns zum Beispiel auf unserer Homepage ins Gästebuch.
Momentan gibt es ein paar Stimmen, denen es zu wild auf unseren Konzerten zugeht, dass zu wild getanzt wird. Das mag aber sein, dass es in der Anonymität leichter fällt, sich auszukotzen. Im Konzert direkt haben wir es noch nicht erlebt, dass sich jemand beschwert hätte oder gegangen wäre. Aber wem es zu wild zugeht, der muss sich ja auch nicht in die ersten drei Reihen stellen (zwinkert).
Carola:   Es ist also für Euch kein Anlass, die Konzerte ein wenig herunter zu fahren?
Rainer: Nö, wir freuen uns, wenn es richtig abgeht.
Carola:   Habt Ihr mal darüber nachgedacht eine Tour mit reinen Akustikstücken zu machen?
Rainer: Durchaus. Wir haben ja auf dem neuen Album in der Deluxeversion ein Bonusalbum mit zehn Stücken, die akustisch aufgenommen sind, die auch ein bisschen anderes gespielt sind. Da haben wir auch gedacht, dass das bei den Leuten viel mehr Anklang findet. Aber da hört man gar nix. Es haben sich ganz viele Leute gekauft, aber es gibt praktisch keine Resonanz.
Carola:   Dabei ward Ihr sogar in den Charts!
Rainer: Ja, normalerweise verfolge ich das auch nicht, aber diese drei Wochen habe ich es sehr aufmerksam verfolgt und ganz ehrlich: Wir finden das saugeil!
Carola:   Gesetzt den Fall, es würde jemand kommen und Euch anbieten zum Beispiel beim Bundesvision Song Contest mitzumachen? Würdet ihr?
Rainer: Ja natürlich, aber nur mit der Musik, die wir machen, hinter der wir auch stehen. Wir würden uns dafür nicht verbiegen lassen. Und außerdem scheitert es schon daran, dass wir keine deutschen Texte haben.
Carola:   Stimmt. Warum eigentlich nicht?
Rainer: (lacht) Weil dann am Ende vielleicht so was raus kommen würde, wie „An der Nordseeküste“. Das wollen wir dann doch lieber nicht. Ausschließen will ich aber mal nichts - probieren werden wir es vielleicht doch mal mit einem deutschsprachigen Titel.
Carola:   Eure CDs sind ja immer sehr lang. Das aktuelle Album hat 19, das davor hatte 20 Titel. Gibt es einen speziellen Grund, warum Ihr so viel auf die CDs packt?
Rainer: Bei der aktuellen CD konnten wir uns nicht entscheiden. Wir hatten 22 Titel in der Vorproduktion und wollten während den Aufnahmen entscheiden, welche 16 oder 17 davon auf die CD kommen. Plötzlich waren es dann doch 19 und es war keiner dabei, von dem wir gesagt hätten "Der kann raus". Die waren uns alle ans Herz gewachsen und die drei, die wir weggelassen haben, die waren einfach noch nicht richtig fertig und ausgereift. Natürlich ist es viel, es ist wie ein Essen mit sechs Gängen, aber man kann sich die Scheibe ja auch häppchenweise anhören.
Carola:   Wenn Ihr die Stücke einspielt, habt Ihr da schon im Hinterkopf, ob und wie man die live spielen kann?
Rainer: Früher haben wir die CDs der Reihe nach eingespielt - erst das Schlagzeug, dann das Keyboard, dann die Geige, also alle Instrumente Stück für Stück eingespielt. Aber das Vorgängeralbum und das jetzige haben wir ganz anders aufgenommen. Da haben wir die Songs soweit vorbereitet, dass sie dann im Übungsraum von allen gespielt werden können. Das heißt, wir haben uns, wie auf der Bühne, auch zu sechst hingestellt und das Lied eingespielt, bis auf den Gesang. Aber ansonsten werden die Songs schon so eingespielt, wie sie dann auch auf der Bühne präsentiert werden. Von daher hat sich die Frage nicht mehr gestellt, weil wir ja im Grunde schon die Live-Versionen aufgenommen haben.
Carola:   Ist das für Eeuch einfacher?
Rainer: Ja. Und die Songs leben dadurch umso mehr. Wir werden dieses Konzept beibehalten, weil es sich bewährt hat.
Carola:   Wie organisiert Ihr Euch eigentlich? Sechs Leute, die alle was zu den Songs beitragen, müssen ja auch irgendwie zusammenarbeiten. Wie genau macht Ihr das?
Rainer: Jeder bereitet seinen Teil vor und dank Internet kann man sich ja prima austauschen, ohne sich tatsächlich treffen zu müssen. Wir wohnen ja nicht alle am selben Ort und so kann man schon viele Dinge sehr weit voranbringen, ohne zueinander fahren zu müssen. Meist machen wir es so: Wenn wir zum Beispiel im Sommer auf Open Air Tour gehen, treffen wir uns einen Tag vorher, proben noch mal gemeinsam und dann geht es los.
Carola:   Spielt Ihr lieber Open Air oder lieber in der Halle?
Rainer: Wenn die Hallensaison zu Ende geht, freue ich mich sehr auf die Open Airs und umgekehrt.
Seit man nicht mehr rauchen darf in den Clubs, ist es auch angenehmer. Ich habe nichts gegen Raucher, habe ja selber auch mal geraucht, aber es strengt die Stimme doch ganz schön an, wenn 500 Leute da sind, von denen die Hälfte raucht. Allerdings, wenn man jetzt rein kommt, läuft man auch gegen eine Wand. Es stinkt trotzdem, halt anders.
Carola:   Tretet Ihr manchmal auch in sehr kleinen Locations auf, zum Beispiel in Irish Pubs, die es in Deutschland ja auch gibt?
Rainer: Nein, das haben wir bisher nur ein Mal gemacht und haben festgestellt, dass wir uns da nicht so präsentieren können, wie wir das gern möchten.
Carola:   Euer neues Album heißt ja "Sport Days At Killaloe". Macht Ihr selbst Sport? So ein Auftritt ist ja nicht nur eine stimmliche, sondern durchaus auch eine körperliche Herausforderung.
Rainer: Wir machen alle regelmäßig Sport. Ich mache immer Sport - Laufen und Klettern.
Carola:   Klettern?
Rainer: Ich wohne ja in Franken und wenn ich aus dem Fenster schaue, habe ich die Felsen genau vor mir. Zehn Minuten zu Fuß, das ist sehr praktisch.
     
[Im Hintergrund hört man Geräusche]
     
Carola:   Hört sich nach Stimmübungen an. Singt Ihr euch vorher ein?
Rainer: Nein. Der Einzige, der sich vorbereitet, ist der Drummer. Der nervt dann immer alle (lacht). Das sind die Jungs von KELLNER, unserer Vorband, die ich dir übrigens sehr ans Herz lege.
Carola:   Sucht Ihr euch die Vorband selber aus?
Rainer: Wir sind von der Agentur, mit der wir recht eng zusammenarbeiten, angerufen und gefragt worden, ob wir nicht Lust hätten, mit den KELLNERn zu touren und ich muss sagen: Das war ein Glücksgriff. Die sind richtig gut.
Carola:   Wenn man mit anderen Künstlern on Tour geht oder auch nur Radio hört - man hört dann ja auch andere Arten von Musik - lässt man sich davon auch inspirieren?
Rainer: Ja durchaus. Vieles von dem, was wir aufnehmen, fließt auch in unsere Arbeit ein.
Carola:   Ich finde Eure Ticketpreise sehr günstig.
Rainer: Wir haben ja auch sehr junges Publikum und wir möchten, dass so viele Menschen wie möglich sich unsere Ticketpreise leisten können. Letztlich haben wir auch mehr davon, wenn 300 Leute für 15 Euro kommen, statt nur 100 Leute für 25 Euro.
Carola:   Was ich erstaunlich fand, war die Möglichkeit, sich die Tickets selbst auszudrucken. Das spart ja jede Menge Druckkosten für Euch.
Rainer: Es gibt verschiedene Möglichkeiten an Karten zu kommen - das ist eine davon. Und uns gibt es die Möglichkeit vorher schon zu überblicken, wie viele Karten verkauft sind. Heute sind es leider nicht so viele, aber wir werden trotzdem Spaß haben.
Carola:   Das denke ich aber auch. Und ich wünsche euch einen schönen Konzertabend und ein Publikum, das richtig mitgeht! Ich bedanke mich sehr für deine Zeit und bis gleich.
Rainer: Gern geschehen. Bis gleich.
     
Hier geht's zur zugehörigen Konzertrezension...
     
Fiddler's Green @ LabelLos.de
Fiddler's Green @ myspace
     

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