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Garden Of Delight Abschiedskonzert & Gods Army - 01.11.2008 - "K17", Berlin
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Geschrieben von preacher_man   
Samstag, 8. November 2008

Legenden sterben ja bekanntlich nie, aber irgendwann haben auch sie einmal ihren letzten Gig. Manche muss man dann bei ihrem letzten Auftritt auch unbedingt noch einmal sehen, vor allem, wenn man ihre Alben schon seit Jahren regelmäßig im CD-Player hat und so wurde unser Trip zum Garden Of Delight Abschiedskonzert am 01. November 2008 bereits vorsorglich im Juli geplant. Wir fuhren also nach Berlin, mit der Hoffnung 18 Jahre Bandgeschichte an einem Abend noch einmal in Kurzfassung zu erleben. Auch wenn man bei GOD seit der Reunion im Jahr 2000 zunehmend Einflüsse aus Elektro und Metal vorfindet, gehören sie für mich doch zu den wichtigsten Bands des Gothrock.

Nach einer Unterwelten-Tour am Nachmittag und kurzem Abendessen trudelten wir um 19:30 als erste am Berliner K17 ein - eine halbe Stunde vor Öffnung. Na ja, was soll’s, wenigstens kann man draußen noch rauchen. Während dieser halben Stunde Wartezeit schwoll die Schlange schon auf etwa 100 Fans an und wie unschwer am Durchschnittsalter zu erkennen war, handelte es sich bei den Wartenden wohl überwiegend um GOD-Fans, die schon einige Jahre dabei waren. Das machte schon mal Hoffnung auf einen angenehmen Abend abseits von Kiddie-Ekstasen.
Pünktlich um 20:00 wurden die Pforten geöffnet und Einlass gewährt. Die vom Vorverkauf übrigen ca. 100 Karten an der Abendkasse dürften wohl fast komplett und recht zügig an den Mann gebracht worden sein und so füllten sich der Konzertsaal und der dahinter liegende Barraum recht schnell.
Nach Gesprächen mit einigen Gästen (Hutträger verstehen sich in der Regel recht schnell recht gut) legten gegen 20:45 Gods Army als Opener los. Die bereits seit sieben Jahren bestehende Band, zu deren Gründungsmitglieder im Übrigen Garden Of Delight Ex-Gitarrist Tom O’Connel gehörte, gewann den Garden Of Delight Covercontest und somit auch die Support Position beim Abschiedskonzert in Berlin. War das Publikum zu Beginn ihres Auftritts noch etwas verhalten, schaffte es die Band mit zunehmender Spieldauer auch die letzten Gäste aus dem Barraum vor die Bühne zu ziehen und erntete mit ihrer Mischung aus meist deutschsprachigem Gothic, Rock und elektronischen Elementen nicht schlecht Beifall. Verdient hatten sie ihn, lieferten sie doch eine energiegeladene Show, der einzig der übertriebene Posingfaktor weiter Teile der Band etwas Abbruch tat. Mich persönlich erinnerten die Duette immer etwas an L´âme Immortelle zu ihren besten Zeiten Ende der 90er, wobei die Stimme von Sid wesentlich angenehmer ist, als das Reibeisen eines Herrn Rainer.

Nach der obligatorischen Pause kamen dann bereits kurz vor 22:00 die Nebelmaschinen voll zum Einsatz und man muss sagen: ohne sehr gute Profigeräte wäre so eine Show wohl nicht möglich. Wer die Sisters Of Mercy schon einmal live erlebt hat, weiß, was ordentlicher Bühnennebel ist, und dem stand der filmreife London-Fog bei Garden Of Delight in Nichts nach. Nachdem die Band mit Bassistin Jawa Seth die Bühne betreten hatte, kam endlich Licht in den Nebel - Sänger Artaud Seth trat mit einem Lichtstrahl aus dem tristen Grau und die Stimmung im Publikum war von Beginn an berauschend, wie man es bei einem Abschiedskonzert einer großen Band erwartet. Die Bühneshow wirkte im Zwielicht schon von der ersten Reihe aus extrem gelungen - wenn man sie in ihrer Gesamtheit aus der letzten Reihe sah, war sie perfekt!

 

Circa die erste Hälfte des Konzertes war hauptsächlich geprägt von Lutherion-Zeiten und natürlich von Stücken des aktuellen und finalen Albums "Darkest Hour". Metallig, rau und mit Artauds unvergleichlicher, niedertoniger Erzählstimme wurde das Publikum in die dunklen, mystischen Gefilde geführt, bevor mit "High Empress" - für mich - der erste wahre Kracher des Abends erklang. Von diesem Moment an konnte in dieser Nacht eigentlich nichts mehr schief gehen. Das Publikum tobte zu Klassikern wie "Spirit Invocation", die Bühne war geradezu erfüllt von Licht und Nebel und irgendwie wurde allen, Zuschauern wie Bandmitgliedern, langsam klar, dass dies das Ende einer Ära sein würde. Es mag für manch einen kitschig klingen, aber wer 1997 schon einmal beim Abschied von Garden Of Delight dabei war und auch wer schon einmal viel Zeit mit einem, ihm ans Herz gewachsenen und abgeschlossen Projekt verbracht hat, wird es irgendwie nachvollziehen können, dass sowohl im Publikum als auch zum Teil auf der Bühne mit den Tränen gerungen wurde.
Nachdem der letzte Titel erklungen war und das Publikum lautstark seinem Wunsch nach "Mehr" Gehör verschaffte, folgte noch eine Zugaberunde, unter anderem mit "Reign" vom aktuellen Album, welches in Zukunft übrigens ein echter Klassiker werden könnte. Nach über zwei Stunden verließen Garden Of Delight dann endgültig - für immer - die Bühne. Auch über zehn Minuten lange "Zugabe!"-Choräle vermochten das Unvermeidliche nicht aufzuhalten. Es war vorbei.
Vergebt mir, dass ich die komplette Setlist nicht mehr im Kopf habe, aber auch für mich war dieses Konzert kein Alltägliches, über das man einfach nur eine Rezension schreibt.
Im Anschluss gab es natürlich noch die Möglichkeit, einige Worte mit den Bandmitgliedern zu wechseln. Nach Aussage der Band bleibt somit zumindest die Hoffnung, dass sie der Musikwelt erhalten bleiben. Lediglich Artaud hielt sich vom Rummel fern - verständlich und auch gewohnt. Hoffen wir, dass wir nicht zu lange auf Neues von ihnen warten müssen.

Fazit: Es war ein herrlicher Abend, der uns lange in Erinnerung bleiben wird, auch wenn man einige Klassiker wie z.B. "Spirit Lovers" vermisste. Zum Ausklang hatten wir im K17 noch die Wahl zwischen Tribute-Parties für Metallica, Wumpscut, In Flames und David Bowie, bei denen wir uns für Letztere entschieden. Noch ein Wort ans K17, welches im Übrigen eine sehr nette Crew sein Eigen nennen darf: Macht was mit dem Raucherraum! Der ist echt schlimm, was die (Nicht)-Belüftung angeht!


Hier geht’s zu den Konzertfotos...

 
Garden Of Delight @ LabelLos.de
Garden Of Delight @ myspace
 

Kommentar(e)
Geschrieben von Silver am 2008-11-11 23:50:57
Ein netter Garden-Fan hat uns noch die Setlist zukommen lassen: 
 
[INTRO] 
DARKEST HOUR 
ILLUMINATE 
LEVITATION 
VENUS RISING 
THE ABYSS (edit) 
ASTRAL TRAVELLER 
TRANSMISSION 
RUNECHILD 
PLAY DEAD 
BLEAK HORIZON 
HIGH EMPRESS 
 
NORTHERN SKIES 
NECROMANTEION 
REIGN 
SPIRIT INVOCATION 
SHARED CREATION 
THE SEAL 
ANCIENT GOD 
GODSEND 
IN MEMORIAM 
[OUTRO (Light)] 
 
Danke an pitamo! ;)

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