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The Christmas Ball 2010 - 29.12.2010 - "Huxleys Neue Welt", Berlin
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Geschrieben von preacher_man   
Dienstag, 11. Januar 2011
Ein Kraftwerk in Sibirien
 

Wie fast immer, wenn wir zu einem Konzert nach Berlin fahren, war es auch diesmal nicht nur kalt, sondern eisig. Widrige Straßenverhältnisse, Unfälle, Staus, Pannen und die allgemeine Verkehrssituation auf der Autobahn und im öffentlichen Nahverkehr der BVB hinderten uns daran, zum vorgesehenen Einlasszeitpunkt um 18:00 das "Huxleys" zu erreichen. Auch der Konzertbeginn um 19:00 rückte schneller näher als wir der Location. So erreichten wir die "Neue Welt" gerade als der zweite Act des Abends Agonoize seine Zugabe beendete. Tragisch...
Das "Huxleys" befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Ausnahmezustand. Die Garderoben wurden wegen Überfüllung geschlossen, ein Durchkommen im Konzertsaal war kaum mehr möglich. Die beiden bereits vergangenen Acts - neben oben genannten spielten noch
Faderhead als Opener - schienen die Party ganz ordentlich angeheizt zu haben, die Stimmung war recht gut. Problematisch wurde dann aber die folgende Umbaupause, da die oberen Raucherterrassen nur während der Pausen geöffnet und genutzt werden durften. Nun versuchten also gefühlte 2000 Besucher durch eine Tür zu drängen und auf einem Freiluftareal für ca. 200 Besucher Platz zu finden, was für einigen Unmut sorgte. Dass dies aufgrund früherer Ruhestörungsbeschwerden so gehandhabt wird, erklärt zwar die Handlungsweise, macht es aber nicht angenehmer - schon gar nicht, wenn man die Location bis zum Bersten ausverkauft.
Diese eher unschönen lokalen Nebenerscheinungen beiseite lassend, muss man aber sowohl dem Personal des Huxleys, als auch der Security und den Veranstaltern das Kompliment machen, dass sie nicht nur sehr umsichtig, sondern auch unorthodox nach Lösungen für die verschiedensten Probleme suchten und die Freundlichkeit trotz Stress nicht auf der Strecke blieb. Egal ob beim Verpacken von Jacken in Einkaufstüten an der Garderobe, Presseticketumtauschaktionen (danke an die nette Frau von Trinity-Records) am Einlass oder der sehr differenzierte Umgang der Security mit den Widerständen gegen das Rauchverbot - hier wurde eigentlich alles richtig gemacht!

Aber zurück zum Konzertgeschehen. Im Gegensatz zum Vortag in Würzburg betraten die Slowenen von
Laibach diesmal als dritte Band vor Project Pitchfork die Bühne. Die kontroverse Künstlertruppe, die sich vor 30 Jahren im Industrialumfeld gründete und mittlerweile in vielen Genres zu Hause war, bot auch diesmal wieder kein eintöniges Programm. Zurzeit sind sie eigentlich mit ihrer "Laibach Revisited"-Tour in Europa unterwegs, bei der sie Neuinterpretationen einiger ihrer 80er Songs präsentieren und so fehlten auserwählte Tracks dieser Schaffensphase auch im Christmas Ball Festivalset nicht. Während der erste Teil des Sets noch eher von avantgardistischen Pop-Strukturen geprägt war, gab es anschließend auch jede Menge bekannter Songs und Tanzflächenklassiker wie "Tanz mit Laibach" und dem DAF-Cover "Alle gegen Alle". Dabei fielen erneut die Interpretationen der Nationalhymnen des Albums "Volk" auf - besonders positiv die weibliche Live-Stimme bei "America". Einzig die Trommlerinnen, die dem ein oder anderen noch von der "Volk"-Tour im Gedächtnis geblieben sein dürften, fehlten diesmal leider. Dafür wirkte die zugehörige Videoshow noch ausgefeilter und extrem stimmig. Milan Fras als stimmgewaltiger Frontmann übte sich wie immer in würdevoller Zurückhaltung, wirkte dabei aber nicht so entschlossen, nicht so martialisch wie bei früheren Auftritten. Jedoch war auch mein drittes Laibach-Konzert - zumindest für mich - ein voller Erfolg. Sieht man von ihren ganz speziellen Projekten wie "LaibachKunstderFuge" einmal ab - wenn man weiß, worauf man sich einlässt, kann man bei einem Laibach-Konzert eigentlich fast nichts falsch machen.

 

Wie schon angekündigt standen als Co-Headliner anschließend Project Pitchfork auf der Bühne, auch wenn ein Großteil des Publikums bereits dem Hauptact Fields Of The Nephilim entgegenfieberte. Irgendwie waren aber auch die "Pitchies" Headliner - zumindest für den eher elektronik-affinen Christmas Ball Gänger und so wurden sie ausgiebig gefeiert. Wie es sich für ein ordentliches Festivalset gehört, grasten Peter Spilles, Dirk Scheuber und Co. die Hitcollection der vergangenen 20 Jahre ab. Von "Fire And Ice" vom Debütalbum "Dhyani" (was mich besonders positiv überraschte) und "Conjure" vom zweiten Album "Lam-'bras", über die moderneren Hit-Singles à la "Timekiller" bis zu den letzten beiden Alben "Dream, Tiresias!" und "Continuum Ride" war quasi jede Bandepoche mit ihren Aushängeschildern vertreten. Dass gerade die VIVA-Phase der Jahre 1998 bis 2005 dabei immer weniger Platz einnimmt, kommt mir sehr entgegen - vorher und nachher waren die Pitchies für mich stets top. Die hervorragende Lasershow und vor allem Peter Spilles, dem man seine Spielfreude an diesem Abend ununterbrochen anmerkte (was man selbst auf den Fotos noch gut erkennen kann), führten zu entsprechend ausgelassener Stimmung und so kann man nur sagen: Top Konzert! Pitchfork sind auf alle Fälle wieder eine Reise wert!

Nach der obligatorischen Raucherpause,ging es dann schnell wieder Richtung Bühne, schließlich waren die
Fields Of The Nephilim unser Hauptact. Erstmals sah man Hutträger aus ganz Europa an diesem Abend im Konzertsaal, die sich bisher mehr in den Vorräumen aufhielten und zumindest ein kleiner Teil der Elektro-Fraktion zog sich langsam aber sicher zurück. Das führte in den hinteren Reihen endlich zu etwas Atemluft!
Was will man zu den
Fields eigentlich noch sagen? Wenn die Technik passt, dann passt auch der Rest. Und an diesem Abend kann man soundtechnisch keinesfalls meckern. Musikalisch atmosphärisch dicht und auf der Bühne nicht zu vernebelt, spielten die Fields erneut ein Konzert zum sich treiben lassen und genießen. Carl McCoy merkte man seine gute Laune an und während des Konzerts gab es sogar das ein oder andere Lächeln. Die Setlist enthielt wieder zum Großteil die Live-Klassiker, besonders erfreulich, dass "Sumerland" diesmal nicht aufgrund technischer Schwierigkeiten gekürzt werden musste. Die Highlights für mich aber waren "From The Fire" und das Meisterwerk schlechthin: "Last Exit For The Lost". Die Songstruktur mit ihrem Spannungsbogen, der sich über fast eine Viertelstunde kontinuierlich immer stärker aufbaut, sollte eigentlich in die Musikgeschichte eingehen. So unorthodox und doch intensiv mitreißend kann Songwriting sein.
Etwas störend wirkte der sich von Anfang an bildende Pogo-Pit. Wenn man bei
Fields schon pogen muss, was meiner Ansicht nach völlig überflüssig und dem Erlebnis der Musik eher abträglich ist, dann bitte mit etwas Umsicht. Da geht es auf so manchem Punkkonzert zivilisierter zu. Für uns war das allerdings gar nicht so schlecht, zogen wir uns doch etwas mehr Richtung Bar auf der linken Seite zurück, wo ein klein wenig mehr Platz zum Tanzen und hervorragende Sichtverhältnisse unserer Stimmung entgegenkamen. Treiben lassen!

Die Zeit mit den
Fields ging wieder einmal viel zu schnell vorbei. Nach 12 Songs, der offiziellen Danksagung Carl McCoys an die Hardcorefans und "Psychonaut" als einziger Zugabe, war das Konzert zu Ende und dabei waren wir gerade richtig warm geworden. Der Auftritt der Fields i
n Berlin kann damit klar als krönender Abschluss der diesjährigen Christmas Ball Festivalreihe angesehen werden, und die Hoffnung bleibt, dass die Veranstalter auch im nächsten Jahr beim LineUp wieder einen nicht-elektronischen Leckerbissen mit bereitstellen.
Der Tag und der Abend hinterließen bei Einigen von uns allerdings ihre Spuren, so dass wir uns aufgrund von körperlichen Unzulänglichkeiten kurzfristig den Weg zur Aftershow-Party leider sparen mussten (Dickes Sorry! an Stadtbär an dieser Stelle!).
Für nächstes Jahr würden wir uns auf jeden Fall einen Kartenverkauf wünschen, der der Größe der Location angepasst ist. Viel ist nicht immer auch gut! Die Konzerte, soweit von uns gesehen, konnten allerdings vollends überzeugen. Die Bandauswahl der Veranstalter war keineswegs herkömmlich und gerade deshalb ausgesprochen gut.

Zu den Festivalfotos...

 
The Christmas Ball 2010 - Berlin @ LabelLos.de
Agonoize @ LabelLos.de
Agonoize @ myspace
Faderhead @ LabelLos.de
Faderhead @ myspace
Laibach @ LabelLos.de
Laibach @ myspace
Project Pitchfork @ LabelLos.de
Project Pitchfork @ myspace
Fields of the Nephilim @ LabelLos.de
Fields of the Nephilim @ myspace
 

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. Januar 2011 )
 
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