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24.12.11 Happy merriness & peace to the world!
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Geschrieben von LabelLos.de   
Samstag, 24. Dezember 2011
 
Egal welches der gefühlten 1000 um diese Zeit stattfindenden Feste ihr begehen mögt oder auch nicht... Wir wünschen euch allen entspannte Feiertage, genügend zu essen auf dem Tisch und den richtigen Soundtrack in der Anlage!
Wir haben unser kleines Weihnachtsgeschenk (wie es sich gehört natürlich aus dem hohen Norden *g*) schon vor einigen Tagen bekommen und haben uns hier so weggeschmissen, dass wir euch auch daran teilhaben lassen wollen:
 
Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Klopf, klopf! Jemand zuhause?

Quiiiiiieeeeetsch!

Jawoll, in rostigen Angeln sich mürbe ächzend das schwere Balkentor öffnen tut. Und wahrhaftig - da stehen sie, die Prietscherfrau und der Inkamann, leicht angemodert, jedoch für ihre 4000 Jahre irdischer Existenz noch verhältnismäßig rüstig in Schuss. Sie blinzeln unter dem von draußen einbrechenden Geflimmer heller Sternenreflektion.
"Was geht, Gevadder?" fragen sie.
Der also Angesprochene vorwärts tritt, ein dichtes, in den Zugang verwobenes Spinnennetz zerreißend. Er klopft sich die Asche vom Mantel, noch rauchend vom Lavafeuer, aus dem er gerade entwichen ist.
"Jo!", sagt er. "Alles iesi!"
Leise klöternd schlagen mehrere Zähne auf dem steinernen Boden auf, aus dem nun nahezu zahnlosen Mund des Angekommenen gerieselt. Noch ein weiterer Schritt, da bricht knirschend das rechte Bein und poltert abwärts. Heiser lachend stützt er sich an der Türklinke ab.
"Was macht der Rücken?" fragt der Inkamann.
"Jo!" antwortet der Eingetretene und wendet seine Hinterseite dem verwesten Paar zu.
Und siehe, wo einst die Wirbelsäule den Korpus trug, klafft nun ein tiefer Spalt vertikal durch den Rücken. Und statt der Knochen hat Beelzebube höchstselbsthaftbar die Schneide eines türkischen Krummsäbels in den gemarterten Leib versenkt. Das untere Ende stützt sich am Steißbein, die obere spitzige Spitze jedoch bohrt sich von unten ins Gehirn. Auf diese Weise einerseits krumm gebeugt, wird dennoch der Leidende gezwungen, seinen Kopf auf groteske Art nach vorne zu strecken, um den kitzelnden Pein der Säbelspitze zu minimieren.
"Draußen vom Walde komm ich her", spricht er heiser. "Und ich muss euch sagen..."
Hier verstummt er, denn auch sein linkes Bein knirscht berstend im Hüftgebälk! Auseinandersplitternd versagt es unter dem sich schwer nach unten senkenden Rumpf seine Dienste. Und als dieser abwärts sackt, bohrt sich die Säbelspitze durch das Hirn ins Sprachzentrum.
"Gnnnnnn!" kichert der Angekommene und richtet seinen Blick auf das gleichfalls erheiterte Paar.
Die Prietscherfrau reißt ein Stück noch dampfende Haut aus dem Gesicht des Kichernden, rollt es zu einem Röhrchen und reicht es ihrem Mann, welcher es mit einer aus seinem linken Nasenloche schießenden, bläulichen Stichflamme entzündet und genussvoll inhaliert. In diesem Moment bläst schneidend ein Windzug von draußen, so hart und scharf, dass nicht nur der Rumpf des Gemarterten, sondern auch die beiden anderen Wesen in Sekundenschnelle davon aufgelöst werden und zu einer dahinwirbelnden Staubwolke zerfallen.

"Oh, Mama, sieh, ein Schäfchen!" ruft ein kleiner Knollenblätterpilz 7000 Jahre später, als er die dahintanzende, schwarze, kleine Staubwolke entdeckt. Ja, die Evolution ist vorangeschritten! Was einst menschliche Intelligenz, Kultur und seelisches Bewusstsein ist nun in die Kappen der Knollenblätterpilze gezogen, welche herrschsüchtig sie alle unterjochten: die halluzinogenen Fliegenpilze ebenso wie die schüchternen Champignons oder die eitlen Steinpilze. Giftig, grünlich und unaufhörlich kopulierend haben sich die Knollenblätterpilze über den ganzen Erdball ausgebreitet und sich selbst zur Krone der Schöpfung deklariert.
"Hab keine Angst, Liebling", sagt die Mama Knollenblätterpilz. "Siehst du, schon weg, husch!"
Denn Schäfchen sind für Knollenblätterpilze ziemlich Furcht erregend. Und Wölkchen, die wie Schäfchen aussehen für kleine Babyknollenblätterpilzchen das reinste Albträumchen. Eine gewöhnliche Schmeißfliege landet kurz auf der Mama und kackt, bevor sie gleich wieder von dannen fliegt.
"Sauerei!" schimpft die Mama. "Voll auf die Titten!"
Und so könnte die Geschichte quasi noch ewig weiter gehen, wenn nicht der ganze Atommüll im Innern der Erde - noch aus den Zeiten der fast vergessenen Infektion menschlicher Existenz auf dem Planeten - in einer chemischen Wechselreaktion explodiert wäre. Afrika flog sieben Minuten später dicht am Mond vorbei, und ein Stück von Europa erreichte fast die Sonne, ehe es verglühte. Nur ein Stück von Nordamerika mitsamt dem weißen Haus, aber ohne Präsident landete zwei Jahre später auf dem Mars, und mit diesem Stück zwei Nachkommen der Schmeißfliege, die auf einem eingetrockneten Apfel saßen, von dem der Präsident seinerzeit tatsächlich ein Stück gebissen hatte, und welche sich Adam und Eva nannten, sich rasch inzestuös vermehrten und aufgrund fehlender Fressfeinde das stolze Gestirn innerhalb eines Monats zum Kollabieren brachten. Eingehüllt in einer dichten Wolke summender Schmeißfliegen verließ es konfus, aber nicht ohne Würde seine Umlaufbahn und damit die Milchstrasse. Zeitzeugen berichten von munteren Marschgesängen und Jubelchören, mit denen die Schmeißfliegen ihre neue Freiheit lobpreisten.

Autor: Andreas Torneberg

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 11. Januar 2012 )
 
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