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DE/VISION: "Rockets + Swords"
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Geschrieben von Andreas Torneberg   
Donnerstag, 23. August 2012
 

DE/VISION haben sich in Deutschland seit den 80er Jahren zu den Top-Kapellen der Pop-Elektronik melancholischerer Art entwickelt. Manche bezeichneten sie als germanische Klone von Depeche Mode; vielleicht ist es ja auch umgekehrt oder solche Schlüsse ohnehin Quatsch. Wenn nur die musikalischen Pioniere das Recht hätten zu musizieren, wäre unsere Welt um viele Varianten und Spielarten ärmer. Zudem gibt es zeitgeistabhängige Entwicklungen, deren Musen sich durch die unterschiedlichsten Künstlergehirne beamen und automatische Ähnlichkeiten programmieren.

Apropos, jedenfalls hat
DE/VISION hier mal wieder prima und wundervoll detailverliebt programmiert. Unterhaltungswert: Hervorragend. Klang: Exzellent. Originalität: Ja.

     

Natürlich spürt man die Nähe zu DM, aber dann doch irgendwie anders. "Rockets + Swords" hat Bestandteile des Minimalismus wie bei Kraftwerk mit atmosphärischen Klängen à la Jean Michel Jarre verbunden. Synthie-Pop-Film-Elektronik, romantisch, frisch und mittlerweile unverkennbar: DE/VISION.

Im Unterschied zu vielen anderen, wirkt die Elektronik nicht kalt, sondern hat stets eine gewisse Wärme, was ebenso wie bei
DM an den entspannten, emotionalen Stimmen von Dave Gahan bzw. Steffen Keth liegt. Poppig. Melodisch. Nicht wirklich zum Jubeln oder um im offenen BMW die Mädels aufzureißen. Dafür hat diese Musik zu wenig Oberflächlichkeit, zu wenig oberflächlichen Frohsinn, zu viel latente Schwermut. Sie ist zu langsam, um ecstasyproviantiert ekstatisch die Titten zu schütteln und jede geistige Verhütung aus Gründen hormoneller Abschaltung zu vergessen. Für die Slow-Motion-Schüttler jedoch gibt es Songs wie "Binary Soldier"; aber auch hier wird der Thekenanlehner, der versunken in Erinnerung an schöne Episoden innerhalb des von Depressionen beeinflussten Lebens den Schaum von seinem Hopfengetränk schlürft, nicht irritiert, sondern erhält genau den korrekten Anteil schwindelfreier Vibration.

"Boy Toy" ist auch so ein Dance-Track für die Besinnlichen unter den Tanzenden. "Superhuman" geht durch die polyphonen Synthieklänge sehr in Richtung 80er Jahre mit Erinnerungen an die damalige Popkultur, speziell
Ultravox. Charakteristisch ist der häufige Rhythmuswechsel, der den programmierten Takt durch ruhige Passagen unterbricht. Und für die ganz ruhigen Phasenbedürfnisse im Leben hält DE/VISION mit "Want To Believe" auch dafür das geeignete akustische Schmusepflaster bereit; da brennen die Kerzen ohne zu flackern. Abgesehen von diesem Song werden die Harmonien doch immer wieder von sperrigen Dissonanzen aufgeschüttelt, was dem Kontrast gut tut.

Fazit:
Eine schöne, unterhaltende, unrevolutionäre, unaggressive, trotzdem spannende Platte.

Tracklist:
01. Boy Toy
02. Superhuman
03. Beauty Of Decay
04. Brotherhood Of Man
05. Stargazer
06. Binary Soldier
07. Want To Believe
08. Bipolar
09. Mystified
10. Running All Night

     
DE/VISION @ LabelLos.de
DE/VISION @ myspace
     

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 23. August 2012 )
 
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