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Faun - 11.03.2011 - "Stadtgarten", Erfurt
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Geschrieben von Ormuz   
Donnerstag, 17. März 2011

Faun "light" gab es am Freitag im Erfurter Stadtgarten zu erleben. Voller Erwartung auf das, was Faun ausmacht, freute ich mich auf dieses Acoustic-Konzert, nachdem im letzten Jahr die Tour zum "Buch der Balladen" so wunderschön gewesen war.
Nun, auch wenn die gespielten und gesungenen Töne alle sauber waren, so war eine gewisse Missstimmung dennoch nicht zu überhören. Ohne rechtes Konzept und "roten Faden" und ohne die gewohnten charmanten Ansagen von Satyr war dieses Konzert anders als erwartet. Instrumenttechnisch enorm abgespeckt dominierte die Harfe, die häufig sehr melancholisch klang. Harfe, Flöte und Trommel waren fast die alleinigen Instrumente des Abends. Traurigkeit und Melancholie schien irgendwie auch das Motto des Abends zu sein.

     
 

Ich habe sehr die gewohnte Leichtigkeit und Fröhlichkeit vermisst, die Magie, den Zauber, der einen sonst gefangen nimmt. Bereits zu Anfang sangen Faun die Ballade "Belle Dame sans Merci", die doch sehr bedrückend war. Allerdings ist es ihnen ganz hervorragend gelungen, diese Traurigkeit musikalisch umzusetzen - selten klang ein Dudelsack so seufzend. Weiter ging es mit einem Stück aus dem "Buch der Balladen", nämlich mit "Gunthers Tanz mit dem Kleiderbügel" in einer Instrumentalversion. Gleich darauf wurde es wieder sehr ergreifend, als ein Solostück von Rairda in gälischer Sprache, begleitet nur von Harfe und Flöte, vorgetragen wurde.

     

Um wieder ein wenig Heiterkeit in den Abend zu bringen, spielten Faun als nächstes zu einem Spiraltanz aus der keltischen Bretagne auf, sehr fröhlich und kraftvoll, mit einem Percussion-Solo, welches phantastisch mit tollen Lichteffekten extra hervorgehoben wurde. Hier klatschte das Publikum auch erstmals vor Freude und nicht aus Höflichkeit. Satyr kündigte nun die Ballade vom Trollweib an, in der der Ritter belohnt wird, weil er sich nicht fürchtet und sie auch nicht verscheucht, gar das Bett mit ihr teilt und dafür am nächsten Morgen eine wunderschöne Frau vorfindet.

So heiter sollte es jedoch nicht weitergehen, es gab stattdessen eine kurze Ansprache über die verrückte Zeit heute und dass es früher auch nicht besser war und es auch damals schon Protestsongs gab. Dieser wurde auch vorgesungen, von Oliver allein, der dann auch gleich noch die Geschichte von der Elster vortrug, in der ähnlich wie in der Geschichte vom Trollweib, die Ausdauer und die Ernsthaftigkeit eines jungen Mannes auf die Probe gestellt und der belohnt wird, weil er so fleißig war. Ich mag es, wenn er erzählt, ob nun über die Songs, oder auch Geschichten, weil er dies gewöhnlich sehr unterhaltsam tut, mit einem Augenzwinkern, mit Herz. Diesmal jedoch war davon nichts zu merken.
Fast lieblos und monoton und merklich mehr als einmal mit verlorenem Faden, hatte ich das Gefühl, er fühlte sich nicht wohl dabei.

     
 

Nach einer Pausevon 20 Minuten Länge, konnte es weiter gehen und dem Publikum kam zunächst ein spanisches Volkslied zu Gehör.

Aber diese beschwingten Klänge sollten alsbald abgelöst werden von der Geschichte über einen König, der am Ende seines Lebens darüber sinniert, ob das, was er tat und hinterlässt, überhaupt einen Sinn hat - sehr schlicht gespielt und dadurch sehr berührend. Rairdas Stimmvolumen kam hier erstmals voll zum Tragen, was das Publikum dann doch erreichte, und so vergingen auch einige Sekunden, ehe begeistert geklatscht wurde.

     

Der Knoten schien nun doch noch geplatzt zu sein und so ging es weiter mit einem englischen Text aus dem 15. Jh. über das, was geschah, als Adam vom Apfel aß - überraschend fröhlich für einen christlichen Text. Höhepunkt des Abends war zweifellos die nun folgende schwedische Polska. Traumhaft... wenn man die Augen schloss, meinte man an einem Frühlingstag an einem Bach zu sitzen, das Wasser perlen und die Vögel zwitschern zu hören. Wirklich wunderschön.

Die Faune kehrten nun aber zurück zum Motto "wir spielen heute bevorzugt traurig-tragische Stücke" und sangen ein Lied aus dem Liederbuch der Gräfin von Nassau, in der ein Minnesänger drüber berichtet, was er sich erträumt und wünscht und doch weiß, dass er es nie erreichen kann.
Im Text wurde es nicht gesagt, aber wer weiß, vielleicht wünscht dieser Minnesänger sich auch zuweilen den Tod, dann hätte auch er über die Brücke aus Stein tanzen können.
Einen kurzen Ausflug nach Kasachstan gab es, die geographische Nähe zum Orient war deutlich zu hören. Und unmittelbar darauf folgte ein italienisches Klosterlied - eine Aufforderung, gemeinsam das "Ave Maria" zu singen.

Die ganze Zeit hatte ich auf "Tinta" gewartet und nun endlich kam es ... leider in einer wirklich "eigenwilligen" Interpretation. Es klang gar nicht schön, irgendwie gehetzt und der Dudelsack wirkte nur störend. Schade. Zumal es das letzte Lied des Abends sein sollte.
Aber auch ohne Rufe nach einer Zugabe, kamen die
Faune noch einmal auf die Bühne, um das tragische Lied über den "König von Thule" zu singen. Hier liefen sie auch zur Hochform auf, ganz wie man sie kennt, spielerisch leicht und mit Magie. Der darauf einsetzende Applaus war hier berechtigt. Und obwohl wieder keine Zugabe gefordert wurde, gab es dennoch eine: ein Zigeunerlied über das Abschied nehmen - es heißt "Fort" - und fort sind sie dann auch gegangen, die Faune... und auch das Publikum... und ich, mit sehr gemischten Gefühlen diesmal.

     
Faun @ LabelLos.de
Faun @ myspace
     

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