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Julien-K, The Crying Spell & Nox Interna - 04.10.2012 - "Marx", Hamburg
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Geschrieben von Andreas Torneberg   
Mittwoch, 24. Oktober 2012

Frage: Was haben die spanische Band Nox Interna und die altehrwürdigen Sisters Of Mercy gemeinsam? Richtig, da gibt es schon mal Ähnlichkeiten in der Musik - und: die Sonnenbrille. Richy Nox, treibender Motor, Sänger, Performance-Animateur und seit zwei Jahren Solobetreiber des Projekts eröffnete mit klassischer Fliegerbrille im Eldritch-Style (die er nach einigen Minuten jedoch im Unterschied zu jenem absetzte) den Konzertreigen zur Tour der Headliner Julien-K.

Überraschend, denn eigentlich war die Tour anders geplant, nämlich mit den Support-Acts Domenica und Mnemonic aus dem Bereich des Heavy Rock. Beide blieben in ihren entfernten Heimatlanden und wurden ersetzt durch die Spanier sowie eine Band aus Seattle namens
The Crying Spell. Wer bei letzterer aufgrund der Herkunft jedoch Grunge vermutet, liegt falsch, doch darüber später mehr.

Die Sonnenbrille war nicht alles, was Richy Nox zu bieten hatte. Es wurde ein Gemälde zerstörerisch zerfetzt, mit Daunenfedern geworfen und anderes geboten, was theatralisch seelische Zerrissenheit demonstrieren konnte. Daneben wurde kräftig von den übrigen Musikanten der
Nox Interna quasi Begleitband in die Saiten gegriffen und in die Trommeln geschlagen, was musikalische Parallelitäten zu The 69 Eyes oder den Deathstars beschwörte. Gothrock zu mindestens live von der kräftigen und fast schon traditionellen Sorte.

Richy sang auf Englisch; das waren die Songs von seiner zweiten und neuen Platte, mit der er versucht, auch den deutschen Markt anzuzapfen. Man hörte jedoch auch etliche Lieder auf Spanisch; das waren diejenigen von seiner ersten Platte, mit welcher er im Heimatland - laut seiner Website - großen Erfolg hatte. Doch aus sicherlich fundierten Marketing-Gründen hält man Deutschland und den Globus drum herum für zu intolerant oder festgelegt, um mit einer anderen als der englischen Singsprache den gewünschten finanziellen Erfolg einzufahren.

 

Der zwei Meter lange Len Hotrum von The Crying Spell beschäftigt sich nicht mit solchen Fragen. Er singt in der Sprache seiner Herkunft, seines Denkens und seiner Emotionalität, und das ist praktischerweise englisch bzw. amerikanisch. Wobei die Musik allerdings eher englisch klingt. Besonders die Lieder von der nagelneuen Platte „Disgraceland“, aus welcher insbesondere eine Auswahl getroffen worden war, klangen verblüffend nach Batcave und The Cure. Doch nicht nur singend gab er seiner Musikalität Ausdruck, auch die Gitarre wurde zeitweise geschwenkt bzw. in die Tasten eines Korg-Minikeyboards gegriffen.

Ein Bass war nicht zu entdecken. Der Soundteppich wurde durch ein Keyboard inklusive der Bässe ausgerollt, auf welchem Gitarrist Eric Snyder erfreulich begabte, dem Wave des United Kingdom entsprungene Saitenkapriolen vollführte. Zuerst etwas scheu - vielleicht auch frustriert ob der recht geringen bzw. überschaubaren Besucherzahl - dann den Zustand einer Privatparty genießend, kam er im Laufe des Konzerts gut auf Touren und manch fröhliches Grinsen war hinter seinem Zottelvorhang aus Haaren zu vermuten. Mit „Never Before“ kokettierte er mit den Klängen eines The Edge, und der ganze Song lief überhaupt verblüffend in den Spuren von U2.

Nach so viel 80er Jahre und Wave-Rock, war ein schöner Boden für
Julien-K gefliest worden. Schon mit ihrer ersten Platte „Death To Analog“ vor drei Jahren hatten sie einen furiosen Mix hingelegt, der den Pop der 80er Jahre mit dem nachfolgenden Rock und den computergenerierten Programmen der Jetztzeit verband. Es sollte werden und wurde: sexy und dunkel. Die neue Platte ist nicht mehr so dunkel, hat vielmehr eine Art metallische Struktur angenommen, und ist wesentlich geradliniger geworden. Die vertrackten Rhythmen und komplizierten Strukturen sind einer vereinfachenden Tanzbarkeit gewichen.

Doch simpel ist das Projekt
Julien-K der ehemaligen Orgy-Gitarristen Ryan Shuck und Amir Derakh deswegen nicht. Und live bieten sie Spontanität und Einsatz. Frontmann Ryan Shuck hätte sicher gern eine größere Menschenmenge vor sich gesehen, aber auch so schwitzte, tanzte und sang er mit vollem Einsatz. Seine Stammesbrüder hielten sich wie stets im Hintergrund, überließen ihm den Publikumsdraht und konzentrierten sich ganz auf Vibrationserzeugung und technische Realisierung. Auch wenn der Sound viele Bezüge aufweist, hat Julien-K da ein ganz eigenständiges Produkt am Start. Echte Tüftler, die musikalische Quellen anzapfen und daraus neue Elixiere zusammen gießen.

Und damit kommen wir zur finalen Schlussfrage: Was haben die drei genannten Bands an diesem Abend alle gemeinsam? Ehe jemand Einsendungen schickt, hier die Antwort: Alle haben gerade ihre zweite Platte herausgebracht, und alle diese Platten haben etwas mit den 80er Jahren zu tun, der eine mehr rockig,
Nox Interna, der andere mehr wavig, The Crying Spell, und der dritte mehr poppig, Julien-K. Das hat gut zusammen gepasst. Das hat Spaß gemacht. Das war richtig gut. Aber warum waren bei so viel spannender Musik nur so wenig Besucher da?

Zu den Konzertfotos...

 
Julien-K @ LabelLos.de
Julien-K @ Facebook
The Crying Spell @ Facebook
Nox Interna @ Facebook
 

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