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The Beauty Of Gemina: "Iscariot Blues"
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Geschrieben von Andreas Torneberg   
Samstag, 15. September 2012

Ich bin eben mal mit dem feuchten Daumen durchs Internet gegoogelt und habe - da die CD ja schon seit Anfang des Jahres am Start ist - die anderen Meinungen abgecheckt, ob ich da irgendwo was abschreiben kann; das erleichtert die Arbeit ja ungemein. Aber, wie leider sonst auch immer, muss ich meine eigene Meinung in meine eigenen Worte fassen, Manno!
Nahezu alle stolpern darüber, dass das Lied "Badlands" als western-tauglicher Blues inklusive akustischer Gitarre ausgefallen ist. Aber die ganze Platte heißt ja "Iscariot BLUES". Keiner erwähnt, dass die Stimme von Michael Sele im ähnlichen Pool wie Simon Huw Jones (
And Also The Trees) und Nick Cave (& The Bad Seeds) badet - Jones in grübelnder Nachdenklichkeit, Cave in düsterer Melodik - Sele wie jene in einer sinnierenden, poetischen Grundhaltung in Moll.

Sozusagen die Schreibmaschine neben den Notenblättern, das Whiskeyglas neben dem Mikrofon...
Auch wenn die Lyrik durch die starke Präsenz der Stimme wichtig scheint und "ISCARIOT Blues" ganz offenbar textlich oder im übertragenen Sinn mit Judas, Jesus & the Holy Bible zu tun hat, soll das sekundär bleiben und die Erforschung der britannisch abgefassten Verse ins z.B. Thüringische den literarisch Interessierten auf Suche nach Botschaft vorbehalten bleiben; hier soll es um die Musik gehen und diese allein ist schon der Empfehlung wert.

Vom ersten Ton des "Voices of Winter" ist das Charisma da - ein schmutzig verzerrter Gitarrenriff beschwört die Stimmung der verrauchten Underground Bühne. Die leicht hallende Stimme darauf bleibt erzählerisch, melodisch, unpathetisch, melancholisch. Der Post_punk_gothic_rock_2012 skizziert auch in "Haddon Hall" ein Stillleben im Retro-Stil. Die Songs kommen konzentriert ohne Ballast, kurz, bündig, unterhaltsam, energiegeladen, aber sollte man dazu die Wände in einer bestimmten Farbe streichen: Violett.

Und dann: "Badlands"... ein Song, der Aufmerksamkeit erregt und dem Sumpfland von Louisiana anlässlich einer Voodoo-Feier entwichen sein könnte. "Stairs"... sehr ruhig... Orgel und Stimme und ein Rhythmus mit akustischer Gitarre, sehr hypnotisch mit sehnsuchtsvollem Refrain, der sich ins Ohr bohrt wie ein Schmetterling, der nicht mehr Schmetterling sein möchte, sondern wieder Wurm. "Prophecy" startet mit einem bedrohlich-eindringlichen Gitarrenriff, der zusammen mit dem Rhythmus den Song zu einem unruhigen, spannungsgeladenen Soundtrack werden lässt.

"Iscariot Blues" entwickelt noch weitere spannende Momente und bei allem Ideenreichtum einen starken homogenen Zusammenhalt. Und wie bei guten Weinen gewinnt sie bei kontinuierlich fortgeführten Genuss und lässt - was sich bei erst- oder einmaligem Hören gar nicht so erkennen lässt - Variantenreichtum und viele Details entdecken, auch abhängig davon, ob man sie mal über die Anlage oder über die Kopfhörer, ans Kreuz genagelt, auf dem Boden liegend oder von der Zimmerdecke schwebend hört.

Tracklist:
01. Voices Of Winter
02. Haddon Hall
03. Badlands
04. Golden Age
05. Stairs
06. Prophecy
07. Dark Revolution
08. June 2Nd
09. Seven-Day Wonder
10. Last Night Home

The Beauty Of Gemina @ LabelLos.de
The Beauty Of Gemina @ myspace

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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 15. September 2012 )
 
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