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Vic Anselmo: "In My Fragile"
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Geschrieben von Andreas Torneberg   
Donnerstag, 21. Juli 2011
 

Aus Lettland, Riga: Vic Anselmo.
Eigentlich Victoria, die aus unverheirateter Begeisterung für Pantera-Sänger Phil Anselmo dessen Nachnamen künstlerisch adaptierte. Mehr hat die neue CD "In MY Fragile" mit Pantera nicht gemein. Im übrigen hat sich
Vic Anselmo seit ihrem Debüt-Album 2008 schon von WGT bis Castle Party, auf dem Amphi Festival zusammen mit Das Ich oder als Support zu Deine Lakaien fleißig im Westen herumgetrieben und einen Namen erspielt.

Das phantasievoll Theaterhafte ist, was - vorgetragen von einer abwechslungsreichen und schönen Stimme - zunächst auffällt. Musikstile unterschiedlicher Art von Pop über Gothmetal bis zur Ballade werden als Ingredienzien gemischt, um ein kompositorisches Szenario zu entwerfen,

     

welches "bildhaft eine globale Katastrophe als Spiegelbild der persönlichen reflektieren will" - so ähnlich sagt es jedenfalls das Label Danse Macabre auf seiner Seite.

Nach einer maschinell gefärbten Introduktion geraten wir mit "More Than You Can Comprehend" in ein Bewerbungslied für einen möglichen James Bond-Opener, Bahn frei für den Film und poppiges 007-Pathos, jedoch mit subtilen, mannigfaltigen Melodien. Tür auf! für "Open Wide", was nichts anderes ist als ein während eines musicalartigen Kabaretts gepflegt genossener Kaffee, in den Quecksilber aus Metal gegossen ward - mit verteilten Rollen, alle stimmlich verkörpert durch Madame Anselmo. Hier wird man zum Zuhören quasi gezwungen, um sich nicht in dem wilden Dschungel aus Stilbrüchen und wiederum Zusammenführungen zu verlieren.

Ist es gelungen, diese Wildnis zu durchqueren, sieht man den "Horizon", eher ruhig mit ohrwurmartiger Melodie und nachdenklichem Text über die Selbstzerstörungstriebe des Menschen. Bei aller digitalen Programmierung, die mit vielseitigen Klängen das Fundament bildet, entstehen die Lieder jedoch anfänglich an der Gitarre oder dem Klavier, was den Kompositionen trotz Elektronik eine "analoge Natürlichkeit" verleiht. "Wellspring" beginnt denn sogar balladesk mit zarter Stimme und rein elegischer Klavierbegleitung irgendwo zwischen folkartigem Zauber und klassischer Sonate und steigert sich von Zerbrechlichkeit in einem Crescendo zu aufwallender Dramatik.

Dann kommt der "Bone's Blues". Vom Namen und Rhythmus nach, nunja, ein Blues - von der Stimmung her hingegen eher nicht. Stimmlich scheint mal Dani Klein (Vaya Con Dios) als Vamp zu schmettern, aber dann wieder Kate Bush aus ihrer Frühzeit mit kindlicher Quietschestimme zu sopranieren; das Ganze von einer musikalischen Achterbahnfahrt durchgeschüttelt und sprudelnd serviert. Wer bei dem harmonischen und sehr unterhaltsamen "Ashes" besorgt aufhorcht und denkt, ein benachbarter Geist würde ungehalten an die Wand poltern, der erliegt hier rhythmischen Bestandteilen des in exzellenter, räumlicher Tonmischung eingebetteten Klangs. "Das dunkle Land" ist nicht ganz unbekannt, sondern ein Coversong vom Album "Antichrist" der Band
Das Ich.

Am Schluss gibt es dann "The Day", allerdings nicht im Sinne von "The Day After", sondern der Tag, an dem alles schwindet und endet. So auch diese Platte. Aber halt, nein, nicht ganz! Vier "Bonus"-Songs after - die Dame live und nur am Klavier - bilden ein Happy End. Darunter der schon bekannte "Bone's Blues", wenngleich auch bei den anderen Liedern genügend slawisches Gemüt durchschimmert, welches für eine grundsätzlich vorhandene Melancholie sorgt. Empfehlenswerte Platte ohne den Anspruch des Experimentellen und gänzlich Neuen, sondern den einer vielseitigen Unterhaltung mit zuckerverzierter Süßigkeit und eine Prise Bombast, dabei viel Talent zu einem schwerlastigen Thema als lyrischen Untergrund.

Tracklist:
01. Introduction
02. More Than You Can Comprehend
03. Open Wide
04. Horizon
05. Wellspring
06. Bone's Blues
07. Ashes
08. Secrets Of The Universe
09. Das dunkle Land
10. In The Darkness
11. The Day
12. Who (Bonus)
13. Bone's Blues (Bonus)
14. Leaving Eden (Bonus)
15. Tumsha Nakte (Bonus Latvian Traditional Song)

     
Vic Anselmo @ myspace
     

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